Alleinsein, Paarbeziehung & Bindung
Nähe, Liebe und Beziehung gehören zu den tiefsten menschlichen Bedürfnissen. Und trotzdem können sie auf sehr unterschiedliche Weise schwierig werden.
Manche Menschen wünschen sich lange eine Partnerschaft und fragen sich, warum es nicht gelingt. Andere leben in einer Beziehung und merken, dass sie immer wieder in dieselben schmerzhaften Muster geraten.
Beides kann tief verunsichern.
Wenn eine Beziehung fehlt
Vielleicht wünschen Sie sich schon lange eine Partnerschaft und erleben immer wieder Enttäuschungen. Vielleicht hatten Sie bisher nur wenig oder noch keine Beziehungserfahrung. Vielleicht fragen Sie sich irgendwann, warum es bei anderen scheinbar selbstverständlich gelingt und bei Ihnen nicht.
Oft entsteht dann die Hoffnung, dass irgendwann einfach der richtige Mensch kommt und sich das Thema von selbst löst.
Doch wenn der Wunsch nach Beziehung über lange Zeit unerfüllt bleibt, verändert Warten allein meist nichts.
Es kann wichtig sein, genauer hinzuschauen.
Zum Beispiel auf den eigenen Selbstwert. Auf frühere Erfahrungen mit Nähe und Zurückweisung. Auf Mobbing, Ausgrenzung oder andere Verletzungen. Auf die Frage, ob man sich selbst überhaupt als jemanden erlebt, der wählen, wünschen und Beziehung gestalten darf.
Das bedeutet nicht, dass mit Ihnen etwas nicht stimmt.
Und es sagt nichts über Ihren Wert, Ihre Attraktivität oder Ihre Liebenswürdigkeit aus.
Auch Menschen, die nach außen selbstbewusst, klug, warmherzig und mitten im Leben stehen, können an diesem Punkt feststecken.
Wenn Beziehung da ist – und trotzdem schwierig bleibt
Auch in einer bestehenden Partnerschaft können alte Bindungsmuster wirksam werden.
Vielleicht wünschen Sie sich mehr Nähe, während Ihr Partner sich zurückzieht. Vielleicht geraten Sie immer wieder in dieselben Konflikte, obwohl Sie sich eigentlich lieben. Vielleicht macht Distanz Ihnen Angst oder zu viel Nähe löst den Wunsch aus, sich zurückzuziehen.
Häufig entsteht dabei eine Dynamik, in der einer mehr Nähe sucht und der andere mehr Abstand braucht. Beide reagieren aufeinander – und beide fühlen sich irgendwann unverstanden.
Es geht dabei nicht darum, einen Schuldigen zu finden.
Es geht darum, die eigene Seite der Dynamik besser zu verstehen und neue Möglichkeiten im Umgang mit Nähe, Distanz und Beziehung zu entwickeln.
Wenn alte Bindungserfahrungen heute noch wirken
Unsere ersten Erfahrungen mit Nähe machen wir lange vor der ersten Partnerschaft.
Dort lernen wir, oft ohne Worte:
Bin ich willkommen?
Ist jemand da, wenn ich jemanden brauche?
Darf ich Bedürfnisse haben?
Ist Nähe sicher?
Frühe Bindungserfahrungen, Verluste, Zurückweisung, Mobbing oder andere Verletzungen können unser späteres Beziehungserleben prägen.
Manche dieser Erfahrungen wirken weiter, obwohl sie lange zurückliegen.
Vielleicht ziehen wir uns zurück, obwohl wir uns nach Nähe sehnen.
Vielleicht passen wir uns stark an, um nicht abgelehnt zu werden.
Vielleicht zweifeln wir an uns selbst oder erwarten unbewusst, wieder verletzt zu werden.
Gerade bei Bindungs- und Entwicklungstrauma kann ein tiefer innerer Konflikt entstehen:
Ich wünsche mir Nähe – und gleichzeitig macht Nähe mir Angst.
Sie müssen sich dafür nicht schämen
Zu Beziehungsschwierigkeiten kommt oft noch etwas hinzu, über das kaum gesprochen wird:
Scham.
Die Sorge, dass mit einem selbst etwas nicht stimmen könnte.
Die Angst, bewertet zu werden.
Das Gefühl, etwas verbergen zu müssen.
Doch Schwierigkeiten mit Beziehung sind kein persönliches Versagen.
Sie müssen sich dafür nicht schämen.
Sich Hilfe zu holen ist oft der Wendepunkt
Viele Menschen versuchen lange, solche Themen allein zu lösen.
Doch sich Unterstützung zu holen bedeutet nicht, versagt zu haben.
Oft ist genau das der Wendepunkt.
Der Moment, in dem man aufhört, sich mit dem eigenen Schmerz zu verstecken.
Der Moment, in dem Scham langsam ihre Macht verliert.
Und der Moment, in dem etwas Neues beginnen kann.
Sie müssen nicht schon genau wissen, warum es bisher schwierig war.
Der erste Schritt kann darin bestehen, sich dem eigenen Beziehungsthema ehrlich zuzuwenden und gemeinsam hinzuschauen.
In meiner Praxis schauen wir darauf, was Sie geprägt hat, was sich heute noch wiederholt und was Sie brauchen, um Nähe und Beziehung freier gestalten zu können.
Traumasensibel, körperorientiert und mit Blick auf den ganzen Menschen.
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