Bewusstseinsstufen

„Wir können Probleme nicht auf derselben Ebene lösen, auf der sie entstanden sind“  Einstein

Mitte der 1980er Jahre entwickelte Michael Beckwith erstmals das einfache Modell die 4 Phasen der Bewussseinsentwicklung.

In jeder dieser vier Bewusstseinsphasen lernen wir, etwas loszulassen, um in die nächste Phase einzutreten. Allerdings hat diese Entwicklung keinen gradlinigen Verlauf und wir springen üblicherweise noch eine ganze Zeit lang zwischen den Phasen hin und her. Zudem können wir uns auch in verschieden Lebensbereichen (z.B. Arbeit, Beziehung, Freundschaften…) in verschiedenen Phasen befinden.

Dieses Modell hilft uns jedoch enorm, zu erkennen, wo wir uns in welchem unserer Lebensbereiche gerade befinden und was wir vielleicht tun können, um unsere aktuellen Schwierigkeiten zu bewältigen.

Die vier Phasen der Bewusstseinsentwicklung nach Michael Beckwith

1. Phase: „Mit mir“ (Opferbewusstsein)

In dieser Phase fühlen wir uns wie ein Kind, das die Verantwortung für sein Leben noch nicht voll übernommen hat. „Mit mir bedeutet, die Welt macht etwas mit mir. Wir fühlen uns ausgeliefert, machtlos und im schlimmsten Fall als reines Opfer der Umstände und suchen einen Schuldigen im Außen. Die Mitmenschen (die Eltern, der Partner, Chef, Kollegen…) oder „die Umstände“ (Vergangenheit, Gesellschaft…) sind dafür verantwortlich, dass es mir gut geht oder ich leide.

Das gibt uns das Gefühl anderen Menschen und den Umständen ausgeliefert zu sein, somit erfahren wir das Leben oft als schmerzhaft und unfair. Daher wird diese Stufe wird auch gerne als Opfer-Phase bezeichnet und geht mit viel „Drama“ einher. In dieser Phase geht es um Schuldzuweisung!

Der allmähliche Wechsel aus Stufe 1 in Stufe 2 geschieht, wenn wir bereit sind die Schuldzuweisungen loslassen und die persönliche Verantwortung in unserem Leben zu übernehmen. Als Entwicklungsbeschleuniger in dieser Stufe kann entweder Schmerz oder aber auch Einsicht dienen.

2.    Phase: „Wegen mir“ (Ursache und Wirkung)

Wenn wir zu erkennen beginnen, dass wir unsere Macht weggeben, wenn wir andere Menschen, Umstände oder unsere Geschichte (Kindheit) für unser Leben verantwortlich machen, öffnen wir uns für die nächste Stufe unserer Entwicklung.

Auf dieser Stufe beginnen wir die eigene Verantwortung für unser Leben zu übernehmen und  unser Leben selbst in die Hand zu nehmen. Wir hören auf so negativ zu denken und versuchen durch eine positivere Erwartungshaltung unsere Umstände postiv zu beeinflussen, zu steuern und gewünschtes zu manifestieren. Wir entdecken, dass wir viel machtvoller sind, als wir dachten und  empfinden uns nicht mehr als Opfer der Umstände, sondern eher als deren Schöpfer.

In dieser Phase können wir vieles erreichen und gestalten Lebensbereiche wie Beziehungen, Familie, berufliche Entwicklung und finanzielle Grundlage.  Wir erschaffen Neues durch Entschlossenheit, Willen und Kraft. Wir fühlen uns stärker, klarer und selbstbewusster und haben das Gefühl eine gewisse Kontrolle über unser Leben auszuüben.

Das Stadium des Manifestierens kann aber auch ziemlich anstrengend werden und auch manipulative Züge annehmen, wenn wir aus dem kleinen Ich (Ego) erschaffen. Wir manifestieren dann, indem wir unsere Fähigkeit zu Imaginieren, zu visualisieren und zu affimieren nutzen, um zu erreichen was wir wollen.

Wenn wir in dieser Phase lernen die Kontrolle allmählich loszulassen, erfahren wir Vertrauen in unsere innere Stimme (Intuition) und in etwas, das größer ist als wir selbst.

3.   Phase: „Durch mich“ (Gesetz der Anziehung)

Während wir in Phase 2 noch hart an der Entwicklung bestimmter Fähigkeiten und dem erreichen bestimmter Ziele gearbeitet haben,  entdecken wir in Phase 3 Gefühl der Gnade und des Fliessens und der Inspiration von innen.

In dieser Phase verändern wir unsere Einstellung, die Dinge „machen zu müssen“, zu der Einstellung, die Dinge „willkommen zu heißen“. Wir verlassen uns darauf, dass die Dinge sich zu unserem Wohl entwickeln, wenn wir unseren Eigenwillen und unser Ego loslassen.

Der Stolz auf „unsere Erfolge“ weicht einer Demut und der Dankbarkeit, dass es einen größeren Zusammenhang gibt. In dieser Phase geht es nicht mehr darum etwas zu erreichen, sondern darum die Dinge zuzulassen. Wir fühlen uns verbunden mit dem Universum, das viel größer ist als das kleine Ich.

Was wir in dieser Phase der Entwicklung loslassen ist das Gefühl des Getrenntseins.

4.  Phase: „Als mich“ (Einheitsbewusstsein)

In der 4. Phase unserer Bewusstseinsentwicklung gelangen wir zur Erkenntnis: Wir sind kein getrenntes kleines Ich – so wie eine Welle auch nicht wirklich von Ozean getrennt ist.

Wir erfahren immer klarer: Alles hat eine Auswirkung auf das große Ganze. Wenn wir bereit sind, das Gefühl der Trennung loszulassen, öffnen wir uns für die Einheit allen Lebens. Die persönliche Wahrnehmung eines getrennten „Ichs“ beginnt sich langsam aufzulösen.

„Ich bin einzigartig und gleichzeitig Teil des größeren Ganzen.“