Innere Kind Arbeit

„Die Innere Kind Arbeit – eine traumatherapeutischer Ansatz – fördert unsere Fähigkeit zur Selbstfürsorge, Selbstliebe und Beziehungsfähigkeit.“

Wir alle haben ein tiefes Bedürfnis zu lieben und geliebt zu werden. In unseren Beziehungen erleben wir jedoch oft Streit, Enttäuschungen und Frustration. Die Ursachen dafür sind meist unbewusste, tief liegende Wunden aus unserer Kindheit. Fühlen wir uns wie damals abgelehnt, beschämt oder haben Angst verlassen zu werden, (über-)reagieren wir oft aus unserem inneren Kind heraus,

Das „innere Kind“ in der Psychotherapie

Die „innere Kind Arbeit“ ist  in der Psychotherapie und auch in der Traumatherapie ein beliebtes, erfolgreiches, unkompliziertes und selbstbestimmtes Therapiekonzept. Das innere Kind steht dabei symbolisch für unser inneres Erleben und symbolisiert die im Körper gespeicherten Gefühle, Erfahrungen und Erinnerungen aus der eigenen Kindheit.

Hierzu gehört das gesamte Spektrum intensiver Gefühle wie tiefer Schmerz, unendliche Traurigkeit, sowie Gefühle von Angst, Wut, Einsamkeit und Verlassenheit. Aber auch die sogenannten positiven Gefühle wie unbändige Freude, Glücksgefühle, kindliche Neugier und Staunen, Lust auf das Leben uvm.

Ziel der inneren Kind Arbeit

In der Arbeit mit dem Inneren Kind wird davon ausgegangen, dass viele Menschen in ihrer Kindheit unbewusst in ihrem Selbstwertgefühl mehr oder weniger beschädigt wurden. Dadurch bedingt, entwickeln wir als Erwachsene ein unangemessen großes Verlangen nach Zuwendung, Anerkennung und Liebe durch andere Menschen. Dies hat meist auch eine übermäßige Kränkbarkeit zur Folge und es reicht schon wenig Kritik, um alte Kindheitsverletzungen zu triggern und enorme Wutausbrüche oder einen kompletten Rückzug zu provozieren.

Ziel der Arbeit mit dem inneren Kind ist es, falsche und nicht funktionierende Glaubensmuster und Lebensstrategien zu erkennen, sich dieser liebevoll anzunehmen und seelische Wunden aus der Vergangenheit in der Gegenwart zu heilen. Dafür ist es wichtig, wieder eine liebevolle innere Verbindung zwischen dem Inneren Kind und dem Erwachsenen herzustellen.

Schattenkind und Sonnenkind

Jeder Mensch hat in seiner Kindheit sowohl negative, wie auch positive Prägungen erlebt. Probleme machen uns vorwiegend die negativen Prägungen. Sie wirken wie eine graue Brille, durch die wir unsere Welt vorwiegend betrachten.

Bei der therapeutischen Arbeit mit dem inneren Kind unterscheidet die Psychologin Stefanie Stahl (Autorin des Buches: „Das Kind in Dir muss eine Heimat finden„) zwischen Sonnenkind und Schattenkind. Jeder Erwachsene trägt demnach ein Schatten- und ein Sonnenkind in sich. In der Arbeit mit dem inneren Kind lernen wir, wie wir unser Schattenkind trösten und unser Sonnenkind stärken.

Schattenkind – der verletzte Anteil in uns

Das Schattenkind steht symbolisch für alle negativen Kindheitsprägungen, die wir in Form von  unbewussten Denk- und Verhaltensprogrammen mit in unser Erwachsenenleben übernehmen. Dies können Überzeugungen sein wie: „Ich genüge nicht!“, “ Ich bin nicht richtig!“ , „Ich bin nicht wichtig!“ ,  „Meine Wünsche und Bedürfnisse werde nicht gesehen und nicht gehört!“, „Ich muss perfekt sein!“ usw.  Diese Überzeugungen und Glaubenssätze steuern auch heute noch unser Verhalten, was sich in sogenannten Selbstschutzstrategien manifestiert.

Um  unsere vermeintliche Wertlosigkeit zu kompensieren, streben wir nach Perfektion, vermeiden Konflikte, flüchten uns in die Arbeit, tragen die Maske des braven Mädchens oder des braven Jungen uvm. Sobald wir unser Schattenkind kennen gelernt haben, können wir es beruhigen, trösten, regulieren und wertschätzen. Hierfür ist unser Erwachsenen-Ich, auch der innere Erwachsene genannt, zuständig, der im Laufe der inneren Kind Arbeit immer weiter gestärkt wird.

Sonnenkind – die positiven Prägungen unserer Kindheit

Jenseits aller psychischen Verwundungen und Traumata aus der Kindheit gibt es zum Glück auch eine Seite in uns, die wir oft kaum noch beachten: unser Sonnenkind!

Unser Sonnenkind symbolisiert unsere positiven Kindheitserfahrungen, Glaubenssätze, Stärken und Ressourcen. Es stellt die Quellen dar, aus der wir unsere Kraft beziehen können.  Wenn wir diesen positiven Anteil des inneren Kindes in uns wiederentdecken und ihn stärken, können wir – wenn wir wollen –  Vitalität, Kreativität, Verspieltheit, Spontanität, Tatendrang, Selbstliebe, Leichtigkeit und Lebensfreude wiedererlangen. Aus diesen sonnigen Anteilen in uns schöpfen wir Kraft. Doch oft haben wir dieses Sonnenkind schon lange kaum noch beachtet.

Methodisches Vorgehen bei der inneren Kind Arbeit

Erst wenn wir unser Schattenkind kennenlerne, können wir beginnen, unsere negativen Prägungen aus der Kindheit zu heilen. Die Heilung unserer negativen Prägungen ist die Grundveraussetzung dafür, zu lernen schwierige Situationen zu meistern, gute Beziehungen zu führen und unser Leben so zu leben, wie wir es uns aus tiefstem Herzen immer gewünscht haben.

Der erste Schritt in der Arbeit mit dem inneren Kind ist es, unser Schattenkind kennenzulernen. Dadurch erkennen wir unsere eigenen Prägung und welche Gefühle und Glaubenssätze daraus resultieren. Danach ist uns klar: Das ist mein Grundmuster. Es ist auch wichtig, unsere Schutzstrategien zu verstehen, also die dysfunktionalen Verhaltensweisen wie Perfektionsstreben, Wutausbrüche oder Rückzug, die entstanden, um das labile Selbstwertgefühl zu kompensieren.

Als nächstes geht es um Selbstannahme und Selbstmitgefühl: „Ich bin ok.“, „Ich bin wertvoll“. Anschließend kommen wir nicht darum herum, im Alltag immer wieder zu trainieren, uns selbst zu ertappt, wenn wir im alten Modus sind, um dann auf das erwachsene Ich umschalten zu können, in die Beobachterposition zu gehen und Selbstregulation zu betreiben. Erst dann ist es uns möglich neue, funktionierende Muster zu leben.

In der inneren Kind Arbeit kommen u.a. Methoden aus der Traumatherapie  zum Einsatz. Dabei wird z.B. mit Imaginationsübungen Kontakt mit den inneren Kindanteilen (Sonnenkind und Schattenkind), sowie mit dem inneren Erwachsenen aufgenommen, um diese besser kennen zu lernen und ihre Bedürfnisse herauszufinden und zu erfüllen.

So können wir dem inneren Kind im Nachhinein Erfahrungen von Schutz, Geliebt- und Angenommensein ermöglichen und mit unserem Erwachsenen-Ich die liebevolle und fürsorgliche Elternrolle übernehmen, für das innere Kind sorgen, es schützen und es so heilen lassen.

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